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Debriefing: Planspiele benötigen einen (guten) Abschluss!

(08.03.2018)

Beispiel einer Debriefing-Formel

Wir waren am 07.03.2018 beim "Planspielworkshop 1 zur Basisqualifizierung" (für angehende und bereits praktizierende Planspielleitende) der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Landeszentralen für politische Bildung Baden-Württemberg und Bayern in Bad Urach zu Gast. Dort setzten sich die Teilnehmenden in einem ersten dreitägigen Baustein u.a. mit der Rolle der Planspielleitung im schulischen Umfeld auseinander.

Planspiele rücken auch im schulischen Alltag immer mehr in den Fokus. Und so haben die bpb und die Landeszentralen in Kooperation mit der SAGSAGA, der Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und der Schweiz e.V. ein Curriculum entwickelt, in welchem freie Mitarbeitende der bpb und der Landeszentralen als Multiplikatoren fit gemacht werden für den Planspieleinsatz in Schulen. Unsere Mission: Planspiele benötigen einen guten Abschluss! Ohne gutes Ende "versanden" die Prozesse, die durch ein Planspiel angestoßen werden (vgl. Kriz/Nöbauer 2008). Die Spielenden müssen aus der künstlich geschaffenen (Wettbewerbs-) Situation "abgeholt" werden, in welche sie durch das Planspielsetting gebracht wurden. Das ist nicht nur wichtig, um den Teilnehmenden zu ermöglichen, ihre eingenommenen Rollen abzulegen, sondern auch, um den Lerntransfer zu erleichtern oder überhaupt zu ermöglichen. Unter der Prämisse, dass (Erfahrungs-) Lernen ein Prozess ist (vgl. nur Kolb 1984 oder auch Trautwein 2011, S.70 ff.), müssen die gemachten Erfahrungen reflektiert werden (vgl. Jenert 2008, der in seinem Reflexionsverständnis auf Dewey referenziert), sodass die Lernenden eigene Schlussfolgerungen anstellen können und so konkrete Handlungsimpulse für künftiges Handeln ableiten können. Wenn man so will, eine "conditio sine qua non" für den Lernprozess. Ziel des Debriefing-Workshops war es, den angehenden Planspielleitenden viele praxistaugliche Anregungen für ihre eigenen künftigen Planspieleinsatz an die Hand zu geben. So hatten wir für die Teilnehmenden ein Setting vorbereitet, das Basiswissen und diverse Methoden für die praktische Handhabung beleuchtet: Verschiedene einfache Möglichkeiten, ein Stimmungsbild zu erhalten/zeichnen (Klatschbarometer, Punktabfragen etc.), die Beschäftigung mit diversen Fragearten/-techniken sowie der Rolle der Planspielleitung (insbesondere in der Debriefing-Phase) und schließlich die Formel-Methode (die Teilnehmenden erstellen eine mathematische Formel mit den Variablen zu einem speziellen Thema, hier natürlich: Gutes Debriefing) zur Veranschaulichung und Zusammenfassung eines komplexen Themas. Fazit der Teilnehmenden: Ein gutes Methodenrepertoire gibt Sicherheit für die eigene Praxis, gut strukturierte Inputs sind unverzichtbar für gute Lernarrangements (u.a.). Dem schließen wir uns gerne an und ziehen weiter Resumee: Uns hat es mal wieder große Freude gemacht, einen weiteren Beitrag zur Qualität im Planspiel und der Qualifizierung entsprechender Multiplikatoren zu leisten. Wenn auch Sie Fragen zur Planspiel-Methode haben und/oder fachlichen Austausch suchen, kontaktieren Sie uns gerne! Hier geht's lang: http://zms.dhbw-stuttgart.de/das-zms/team.html ---
Literaturhinweise:
  • Jenert, Tobias (2008): Ganzheitliche Reflexion auf dem Weg zu Selbstorganisiertem Lernen, in: Häcker, Thomas/Hilzensauer, Wolf/Reinmann, Gabi (Hrsg.): Bildungsforschung 5 (2008) 2, 18 S.
  • Kolb, David (1984): Experiential Learning. Experience as The Source of Learning and Development; New Jersey.
  • Kriz, Willy C./Nöbauer, Brigitta (2008): n: Ulrich Blötz (Hg.): Planspiele in der beruflichen Bildung. Auswahl, Konzepte, Lernarrangements, Erfahrungen, in: Schriftenreihe des Bundesinstituts für Berufsbildung, abrufbar: https://www.bibb.de/dokumente/pdf/1_08a.pdf, letzter Abruf: 07.03.2018.
  • Trautwein, Christina (2011): Unternehmensplanspiele im industriebetrieblichen Hochschulstudium; Wiesbaden.

Schlagwörter:

Debriefing, Auswertung, Planspiel