Planspiel+ - Literatur

Stadt hat Spiel - Das urbane Spiel als Beitrag zur Entwicklung von öffentlichem Raum.

Welter, Friederike (2018):

Wien: TU Wien, Diplomarbeit.

Einleitung
Die Diplomarbeit mit dem Titel ‚Stadt hat Spiel‘ wurde im November 2018 an der Technischen Universität Wien im Fachbereich Architektur eingereicht. Betreut wurde die Arbeit am Institut für Raumsoziologie. Die Arbeit geht der Frage nach, welchen Beitrag das urbane Spiel zur Entwicklung von öffentlichem Raum leistet.

Aufgabenstellung
Es galt, das weite Feld von Stadt und Spiel thematisch einzugrenzen, zu verfeinern, zu verbinden und eine kritische Auseinandersetzung mit der Architektur und der Planung beizubehalten. Die wesentliche und für den Studiengang Architektur unübliche Aufgabe bestand darin, eine theoriebasierte Arbeit zu verfassen. Dazu sollten die theoretischen Grundlagen durch den Praxisbezug mithilfe von Interviews und Beispielprojekten untermauert und das Tätigkeitsfeld der PlanerInnen und ArchitektInnen beleuchtet werden. Die interdisziplinäre Verbindung von Architektur, Raumplanung und Soziologie stand dabei im Mittelpunkt.

Grundgedanke
Den Ausgangspunkt der Arbeit stellt das Thema der Partizipation in der Planung dar. Der vermehrte Aufruf zur BürgerInnenbeteiligung in der Stadt wirft die Frage nach dem Wandel der Planungskultur und damit der Veränderung der Kompetenzen bei PlanerInnen und ArchitektInnen auf. Ein Wandel in der Planungskultur erfordert auch einen Wandel der Planungsmethoden, sodass in dieser Arbeit das (urbane) Spiel als Methode und Instrument in Beteiligungs- und Entwurfsprozessen thematisiert wird. Dabei stellt das urbane Spiel die Verbindung der fiktiven Sphäre des Spiels mit der räumlichen Sphäre der Stadt dar und greift das Miteinander in der Stadtgestaltung, der Stadtentwicklung und der Entwicklung von öffentlichem Raum auf.

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Keywords:

öffentlicher, Raum, Planspiel, Stadtentwicklung

Comments (1)

17.06.2019 - 17:20

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Planspielpreis 2019 (1. Platz, Kategorie Studienabschlussarbeiten)
Aus der Laudatio:
"Die Arbeit der ersten Preisträgerin des Planspielpreises 2019 schließt gleich an drei große Ereignisse des Jahres an: der Institutionalisierung der Methode Simulation & Gaming vor 50 Jahren, dem zeitgleich stattfindenden gesellschaftlichen Aufbruch und dem 100jährigen Bauhausjubiläum. Die Arbeit von Friederike Welter, eingereicht an der Technischen Hochschule Wien, hat den gleichen Gegenstand wie den unserer Gründer-Väter und -Mütter: Stadtentwicklung. Oder um den Titel zu zitieren: "Stadt hat Spiel. Das urbane Spiel als Beitrag zur Entwicklung von öffentlichem Raum". Genauer gesagt fokussiert die Preisträgerin auf die Frage nach neuen Ansätzen für partizipative Teilhabe. Und schließlich hat Frau Welter ihr erstes Studium an der Bauhausuniversität in Weimar abgeschlossen.
Wie lauten die aufgestellten Forschungsfragen? Die große Frage lautet, ob Spiele Beteiligungs- und Planungsprozessen in Kommunen im deutschsprachigen Raum bereichern und so zur Entwicklung des öffentlichen Raums beitragen können? Die Autorin prüft, ob spielerische Verfahren eine Antwort auf die sich erweiternden gesellschaftlichen Anforderungen sein könnten. Es geht ihr im Detail sowohl um die Entwicklung des öffentlichen Raums, als auch die Veränderungen des professionellen Selbstverständnisses von PlanerInnen und ArchitektInnen und letztlich damit um die Wirksamkeit des Ansatzes in der Praxis.
(...)
Die Beschreibungen die Frau Welter gelingen bieten einen sehr frischen Blick auf die (Aus-)Wirkungen von urbanem Spiel in der Stadtentwicklung. Durch ihre Rückbindung an reale Umsetzungsbeispiele gelingt ihr eine sehr klare, deskriptive Beschreibung. Sie wiedersteht erfolgreich normativen Setzungen. Diese Arbeit sei somit jedem ans Herz gelegt, der oder die auf der Suche danach ist zu verstehen, was spielerische Ansätze im Umfeld unserer Städte leisten können und was nicht. Frederike Welter hat für dieses dreifach Jubiläumsjahr eine würdige Arbeit vorgelegt. Sie liefert einen Ausblick, was der Einsatz von Spiel und Planspiel für die Zukunft unserer Städte verbessern könnte. So gesehen scheint sich hier nach 50 Jahren ein Kreis zu schließen."
Eric Treske, Mitglied der Jury