Blättern
Zurück zur Liste

Blogparade aus dem Netzwerk des ZMS, Folge 13

Stephan Kraft (20.02.2019)

Stephan Kraft

Stephan Kraft ist langjähriger und sehr erfahrener Planspielleiter im ZMS, speziell für TOPSIM-Planspiele. Heute steht er in der Blogparade Rede und Antwort und berichtet über seine Erfahrungen mit der Planspielmethode. In lockeren Abständen stellen wir hier im Blog Menschen vor, die eine besondere Beziehung zum Thema Planspiele haben. Wer möchte, darf sich gerne an der Blogparade beteiligen. Bitte bei Interesse einfach bei uns melden, dann schicken wir den Fragenkatalog gerne zu.

Wie bist Du zur Passion "Planspiele" gekommen?

Als Studierender der JLU Gießen habe ich selbst an einem Planspiel teilnehmen dürfen und war davon begeistert, obwohl es eine ziemliche Herausforderung war, im Planspiel erfolgreich zu bestehen. Später nach Abschluss meines BWL- und VWL-Studiums konnte ich als Lehrstuhlmitarbeiter am Lehrstuhl für Unternehmensführung und Organisation von Prof. Wilfried Krüger (em.) an der JLU Gießen erste Erfahrungen mit der Leitung von Planspielen sammeln. Dabei wurde mir immer klarer, dass der ganz besondere Reiz der Planspielmethodik in ihrer Handlungsorientierung und Teilnehmerzentrierung liegt. Dies sind auch die wesentlichen Gründe, warum ich als freiberuflicher Planspielleiter neben meiner hauptberuflichen Beratertätigkeit nach wie vor viel Freude bei der Durchführung jeder einzelnen Managementsimulation mit Studierenden habe! Die Bewältigung betriebswirtschaftlicher Herausforderungen in der Unternehmenspraxis und im Unternehmensplanspiel liegen häufig sehr dicht beisammen. Dies zeigt sich recht deutlich, wenn man reale Unternehmensnachrichten heranzieht und Parallelen zur Situation von Unternehmen im Planspiel aufzeigt!

Welches ist Dein Lieblingsplanspiel und warum?

Ich habe mich - auch aufgrund der Anfragen, die mich erreichen - relativ früh auf Planspiele von TOPSIM fokussiert und setze am häufigsten und sehr gerne General Management in verschiedenen Settings ein. Daneben gehören aber auch Simulationen wie TOPSIM Startup, easyManagement und People Management zu meinem Repertoire. Darüber hinaus lerne ich bei jeder Gelegenheit auch sehr gerne neue Managementsimulationen kennen, nichtzuletzt auch deshalb, weil die Planspiel-Community sehr familiär ist und die Planspielleiterevents und -trainings sehr herzliche Runden sind.

Welches Seminarkonzept mit Einsatz eines Planspiels gefällt Dir am besten und warum?

An oberster Stelle meiner Seminarkonzeptionen steht immer die Zielgruppenorientierung. Denn in Abhängigkeit der Zusammensetzung des Teilnehmendenkreises, der inhaltlichen Zielsetzung und des verfügbaren Zeitrahmens ändert sich das jeweilige Seminarkonzept und die inhaltliche Seminargestaltung. Während meiner mittlerweile zehnjährigen Planspielleitertätigkeit haben sich zwar einige bewährte Seminarkonzepte herauskristallisiert. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass trotz aller Konzeption, die flexible Pro- oder Reaktion auf die konkreten Bedürfnisse der Teilnehmenden im Planspielverlauf wichtiger ist als das Festhalten an starren Konzepten. Jedes Planspiel hat seine eigene Dynamik und jeder Teilnehmende seine individuellen Bedürfnisse.

Wie geht Dein/e Lebenspartner/in mit Deinem Hobby "Planspiel" um?

Meine Partnerin findet es prima, dass ich viel Freude beim Planspielen habe, und durch unseren kleinen Sohn ist in mir jüngst auch nochmal die Erkenntnis gereift, dass wir uns interessanter Weise in unserer Gesellschaft irgendwie schwer tun, im beruflichen Kontext spielerisch lernen zu dürfen. Obwohl wir spielerisches Lernen für unsere Kinder noch als selbstverständlich erachten, gestehen wir uns dies als professionell agierende Erwachsene nur noch unter größtem Vorbehalt zu. Das beginnt schon im Detail und zeigt sich unter anderem darin, dass man im beruflichen Kontext besser von Managementsimulationen spricht anstatt von Planspielen, um eine gewisse Seriosität zu transportieren.

Zu welchem Thema würdest Du gerne mal ein Planspiel entwickeln?

Aufgrund meiner akademischen Prägung interessieren mich organisatorische Fragestellungen und in diesem Kontext insbesondere die Frage, in welcher Art und Weise das Zusammenspiel von formellen und informellen Strukturen in Institutionen (Unternehmen, Verwaltungen, etc.) aus welchen Gründen welche handlungsleitende Wirkung der Akteure entfaltet. Diese Fragestellung anhand einer geeigneten Planspielmethode untersuchen zu können, fände ich wahnsinnig spannend.

Spielst Du auch sonst in Deiner Freizeit?

Da wir einen fünfjährigen Sohn haben, spielen wir viele und ganz unterschiedliche Spiele.

Was war Dein schönstes Erlebnis bei einem Planspiel?

Im Grunde ist mein schönstes Erlebnis bei jedem Planspiel die Rückmeldung der Teilnehmenden, dass sie gerne noch weiterspielen würden. Solange mich dieses Feedback regelmäßig erreicht, bin ich mir sicher, das Richtige zu tun!

Schlagwörter:

Blogparade, Planspiel