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Pyramidenmethode

Daniel Bartschat, Sebastian Schwägele, Birgit Zürn (20.04.2015)

Pyramidenmethode

Dieser Methode liegt die Annahme zu Grunde, dass die meisten Teilnehmenden über kreative und wertvolle Ideen und Ansichten zu einem Thema verfügen bzw. dazu angeregt werden sollen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Mit Hilfe der Pyramidenmethode werden alle Meinungen gehört und die wesentlichsten und besten Ansätze herausgearbeitet. Das Ergebnis eröffnet wiederum eine aufbauende Vertiefung.

Die Pyramidenmethode ist ein Beispiel für eine "Structured-Sharing-Aktivität". Sie hilft den Teilnehmenden, ihre besten Techniken, Erkenntnisse und Ansichten zu einem Thema mit anderen zu teilen und zu analysieren. Die primäre Informationsquelle sind die Teilnehmenden, die Rolle der Seminarleitung ist lediglich die eines Moderators und Lenkers. Bei dieser Aktivität beginnen die Teilnehmenden mit einer individuellen Auseinandersetzung zu einer Aufgabenstellung. Zunächst paarweise, später in kleinen Gruppen werden die Ideen weiter ausgearbeitet und "zugespitzt". Zum Abschluss werden die besten Ideen aufbereitet und mit allen geteilt. Die Pyramidenmethode ist ein sogenanntes "Framegame". Das heißt, Inhalte können ohne großen Aufwand ausgetauscht und durch andere ersetzt werden.

Vorgehen zur Ausarbeitung von 5 Ideen

  1. Jeder Teilnehmende bearbeitet für sich allein eine vorgegebene Fragestellung und schreibt seinen Lösungsvorschlag auf eine Moderationskarte (oder direkt auf die Spielkarte).
  2. Jeder Teilnehmende sucht sich einen Partner mit demselben Symbol am Kartenrand (Beispiel: Stern).
  3. Beide Teilnehmenden diskutieren ihre Aspekte und entscheiden, welchen sie weiter verfolgen möchten.
  4. Zwei "Stern"-Gruppen schließen sich zusammen. Sie entscheiden erneut, welche Idee weiter verfolgt wird.
  5. Die Zusammenführung endet, wenn alle Teilnehmenden mit demselben Symbol zusammen gekommen sind.
  6. Jede der fünf finalen Gruppen arbeitet den besten Vorschlag aus und präsentiert diesen im Plenum.
Weitere Fragestellungen können in diversen neuen Gruppenkonstellationen bearbeitet werden. Es ist zulässig, dass eine Gruppe während der Diskussion aus den beiden eingebrachten Punkten einen neuen formulieren und die alten dafür fallen lassen. Die neue Idee wird dann gemeinsam weiterverfolgt.

Beispielsituationen

Beispiel 1: Im Rahmen einer Vorlesung oder eines Seminars kann nach einer Phase des theoretischen Inputs mit Hilfe der Pyramidenmethode in eine Gruppenphase gewechselt werden. So könnte im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Projektmanagement nach Lösungsstrategien für eine zuvor betrachtete Fallstudie gefragt werden. Im Anschluss an die Präsentation der TOP 5 durch die Gruppen können im folgenden Theorieteil dafür passende Modelle vorgestellt und diskutiert werden.

Beispiel 2: Für das Debriefing in einem Planspielseminar zum Thema 'Nachhaltigkeit' wird mit der Pyramidenmethode beispielsweise nach Vorschlägen und Ideen für nachhaltiges Handeln im beruflichen oder privaten Umfeld der Teilnehmenden gefragt. Die vielen individuellen Meinungen können so auf wenige zentrale Punkte zusammengeführt werden. Die Dozentin / der Dozent erhält so eine gute Orientierung, welche Punkte aus Sicht der Teilnehmenden für den weiteren Verlauf der Diskussion relevant sind und kann diese an den Bedürfnissen der Teilnehmenden ausrichten.

Bei der Fragen- bzw. Aufgabenstellung ist erfahrungsgemäß darauf zu achten, dass ein sachliches Thema zur Diskussion gestellt wird. Im Laufe der Gruppenzusammenführung werden Ideen oder Argumente wegfallen. Manchen Personen fällt es nicht leicht, den eigenen Standpunkt aufzugeben. Von persönlich wichtigen Aspekten oder Best-Practice sollen sich die Teilnehmenden nicht trennen müssen, zumal sich diese per se objektiv nicht gut vergleichen lassen, sondern gleichwertig nebeneinander stehen bleiben sollten.

Schlagwörter:

Kartenspiel, ZMS, Didaktik, Methode, Framegame